IceFighter erobert die Schweiz!
Die Basler Zeitung schrieb am 7.4.2010 folgenden Artikel in Bezug auf den Salzmangel in der Schweiz während der Wintersaison 2009/ 2010.
Sprühend zu schneefreien Strassen
Gemeinden sparen mit Solewasser im Winter bis zu 75 Prozent Salz
KATRIN ROTH
Weil der Bedarf an Auftausalz stetig steigt, planen die Rheinsalinen diesen Sommer den Bau einer weiteren Lagerhalle. Einige Gemeinden in der Region kaufen lieber einen «Icefighter», um Salzengpässen zu entgehen.
Im winterlichen Wien gehört er schon seit 2005 zum Strassenbild, auf dem Novartis Campus ist er seit zwei Jahren in Gebrauch, und seit diesem Winter setzen auch die Gemeinden Grellingen, Binningen, Aesch und Riehen auf ihn: den «Icefighter» – ein Gerät, das salzhaltiges Wasser (Sole) versprüht und so für schnee- und eisfreie Flächen sorgt. «Diese Methode ist enorm effizient», sagt Thierry Gutknecht von der Firma Stohler aus Therwil, der die Geräte in der Region vertreibt. «Beim Ausstreuen mit Trockensalz taut das Eis erst auf, wenn sich das Salz mit der Luftfeuchtigkeit vermischt. Beim Einsatz von Sole hingegen entfällt dieser Prozess, die Wirkung tritt direkt nach dem Auftragen ein.»
GETESTET. Stephan Kohler, Abteilungsleiter Werkdienste in Riehen, bestätigt: «Wir haben diesen Winter ein solches Gerät auf den Velowegen und den Trottoirs getestet. Dabei stellten wir fest, dass die Böden schneller auftauen als beim herkömmlichen Einsatz von Trockensalz.» Ähnliche Erfahrungen machte man in Aesch, wo ebenfalls ein Testgerät im Einsatz war, wie Gemeindeverwalter Gilbert Münger sagt. «Die sofortige Auftauwirkung hat uns positiv überrascht.» Gemäss Gutknecht ist das nicht der einzige Vorteil des Sprühgerätes. Als zusätzlichen Pluspunkt nennt er die Tatsache, dass die Sole sofort auf dem Grund haftet, «es besteht darum keine Gefahr von Verwehungen». Überdies könne das Gerät auch im Sommer genutzt werden: «Zum Wässern von Blumenrabatten.»
UMWELTSCHONEND. Als grössten Trumpf führt Gutknecht an, dass mit der Solemethode bis zu 75 Prozent Salz gespart werden können: «Für 1000 Liter Sole braucht es nur 270 Kilo Salz. Das schont den Geldbeutel und die Umwelt.» Auch der Salzmangel im vergangenen Winter habe einige Gemeinden in der Region zum Erwerb eines «Icefighters» bewogen, sagt Gutknecht, der in diesem Jahr schon fünf weitere Anfragen von Baselbieter Gemeinden erhalten hat. «Es hat sich herumgesprochen, dass sich die Investition lohnt.» In Grellingen zum Beispiel zeigt man sich begeistert vom neuen Solesprühgerät, das diesen Winter erstmals zum Einsatz kam. Rund 33 000 Franken kostete es die Gemeinde, das Werkgerät mit einem Solesprinkler von 1000 Litern Fassungsvermögen auszustatten, wie Gemeindeverwalter Andreas Meury bestätigt. «Schon lange gab es bei uns den Ruf nach einem umfassenden Winterdienst. Bisher sind wir diesem Anliegen aus ökologischen Gründen nicht so nachgekommen, wie es die Bevölkerung gerne gesehen hätte. Wir haben uns bewusst zurückgehalten mit dem Einsatz von Trockensalz.» Dank dem neuen Sprühgerät sei es zum ersten Mal möglich gewesen, auf dem ganzen Gemeindegebiet Winterdienst zu leisten – bei vergleichsweise tiefer Salzmenge.
ZUFRIEDEN. Lobende Worte für die Enteisungsmethode per Sprühknopf findet auch Theo Hauser, dem unter anderem der Werkhof in Binningen unterstellt ist. Hier wurde ein kleines Kommunalfahrzeug mit einem «Ice- Fighter» für 18 000 Franken versehen. «Wir haben damit einige Trottoirs enteist und sind sehr zufrieden damit. Die Wirkung ist besser als beim Ausstreuen von Trockensalz.» Dazu komme der ökologische Aspekt, der Hauser ebenfalls wichtig ist. Für ihn ist klar: «Mittelfristig wollen wir – sofern es das Budget zulässt – auf die Soletechnik umstellen, das ist eine gute Sache.»
Quelle: Basler Zeitung vom 7. April 2010, S.24 von Katrin Roth